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Bei der Vorbereitung des vermeintlichen Sauerländer Terrorkomplotts haben im Hintergrund Geheimdienste und Polizei mitgemischt
Von Ralf Wurzbacher Die vor einem Jahr hochgenommenen sogenannten Sauerland-Bomber waren offenbar seit langem von Geheimdiensten und Polizei unterwandert. Wie der Spiegel in seiner neuesten Ausgabe berichtet, hat eine Lieferung von 26 militärischen Zündern an die Gruppe um den zum Islam konvertierten Deutschen Fritz Gelowicz im August 2007 unter den Augen der CIA sowie eines türkischen Dienstes stattgefunden. Einer derjenigen, die die Zünder in Istanbul besorgten, sei seit Jahren Informant der US-amerikanischen und türkischen Sicherheitsbehörden gewesen, schreibt das Magazin. Ein Jahr lang observiert Gegen Fritz Gelowicz, Daniel Schneider und Adem Yilmaz hat die Bundesanwaltschaft Anfang September Anklage erhoben. Die Vorwürfe lauten auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens und Verabredung zum Mord. Am Freitag machte die Bundesanwaltschaft erstmals Einzelheiten der Anklage publik. Ziel des am 4. September 2007 im sauerländischen Medebach-Oberschledorn von einem GSG-9-Kommando überwältigten Trios sei es demnach gewesen, eine Serie von Sprengstoffanschlägen insbesondere gegen US-Bürger und US-Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet zu verüben. Als Tatorte hätten die Angeklagten u. a. Frankfurt/Main, Ramstein, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Stuttgart und München ins Visier genommen. Verwegene Waffe Bei einer Razzia im Mai 2003 hatten Staatsschützer bei Yousif verschlüsselte Aufzeichnungen zum Bombenbau gefunden, etwa zur Herstellung des Flüssigsprengstoffes TATP, mit dem Gelowicz und Kumpane ihre angeblichen Terrorpläne ins Werk setzen wollten. Allerdings gilt TATP unter Experten als ziemlich verwegene Waffe, weil es schon bei geringsten Erschütterungen in die Luft fliegt und deshalb nur schwer bis gar nicht zu transportieren ist. Quelle: junge Welt - 08.09.2008 |