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Friedensaktivist des Tages: Jürgen Todenhöfer

Zum fünften Jahrestag des US-amerikanischen Überfalls auf den Irak hat der Burda-Manager Jürgen Todenhöfer eine mediale Offensive wider Besatzung und Krieg gestartet. In seinem gerade erschienenen Buch »Warum tötest Du, Zaid?« (C. Bertelsmann) schildert er die Hinter- und Beweggründe für den anhaltenden irakischen Widerstandskampf. Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete hatte in Ramadi mit bewaffneten Besatzungsgegnern gesprochen. Was selbst so mancher Kommunist nicht wissen will, schreibt Todenhöfer in der derzeit aktuellesten und brillantesten deutschsprachigen Analyse über das besetzte Zweistromland: »Die große Mehrheit der irakischen Bevölkerung steht hinter dem Widerstand, der Angriffe auf Zivilisten ausdrücklich ablehnt.« Der Kampf der Iraker ist »legitim« und hat nichts zu tun mit den Selbstmordanschlägen von Al-Qaida. Todenhöfer fürchtet gleichwohl, »den Medienkrieg haben die Iraker längst verloren«. Von den täglich 100 militärischen Aktionen der Besatzer gegen die Bevölkerung und den Angriffen des Widerstands auf die US-Truppen berichten die hiesigen Medien praktisch nichts. Bestimmend sind die Bilder des Selbstmordterrors.

In doppelseiten Anzeigen in FAZ, New York Times und Al-Quds Al-Arabi am Freitag und an diesem Wochenende veröffentlicht Todenhöfer zudem zehn Thesen wider die westliche Ignoranz und Hegemonialpolitik. »Der Westen ist viel gewalttätiger als die muslimische Welt. Millionen arabische Zivilisten wurden seit Beginn der Kolonialisierung ermordet«, heißt es eingangs. Und weiter: »Muß man, wenn man über die 5000 von Al-Qaida ermordeten Westler spricht, nicht auch über die Hunderttausende irakischen Zivilisten sprechen, die durch George W. Bushs völkerrechtswidrige Kriege getötet wurden?« Todenhöfer will mit seinem Beitrag »die Fenster öffnen zu einer anderen Sicht der muslimischen Welt – oder wenigstens zu einer fairen Diskussion«. Ein kleiner Anfang ist gemacht.

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Aus dem Nachwort von "Warum tötest du, Zaid?"

Jürgen Todenhöfer hat das, was er bei seiner Lektüre und bei seinen Reisen gelernt hat, in zehn Thesen zusammengefasst. Es sind keine wissenschaftlichen Thesen, sondern seine ganz persönliche Sicht der Dinge. Er hat versucht, die Ereignisse der letzten zweihundert Jahre im Mittleren Osten nicht nur aus der Perspektive eines Westlers, sondern einmal auch aus dem Blickwinkel eines Muslims zu sehen.

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Quelle: Junge Welt - 15.03.2008
  
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